Machu Picchu in Peru: So erlebst du die Inka-Stadt für kleines Geld

Ariane beim Machu Picchu in Peru

Dies ist ein Gastbeitrag von Ariane Kovac über den Machu Picchu in Peru von heldenwetter.de.

Als ich damals für ein Jahr in Peru lebte, war mir klar: Machu Picchu in Peru? Wollte ich nicht sehen. Das ist nur etwas für Touristen, dachte ich, und ich würde lieber die unbekannten Ecken erkunden. Durch Zufall hat sich dann aber doch eine Reise zu dem Highlight Perus ergeben – und ich bin irre froh darüber!
Ich glaube, heute überlegen sich viele Peru-Backpacker zweimal, ob sie wirklich nach Machu Picchu wollen oder nicht: Leider sind sowohl die Eintrittspreise als auch Hostels und Transportmittel in den letzten Jahren sehr teuer geworden. Noch dazu wird die Anlage von Touristen überrannt – so sehr, dass es sogar zu Schäden im Jahrhunderte alten Fundament gekommen ist. Ich behaupte trotzdem, dass sich ein Ausflug nach Machu Picchu lohnt – und dass man mit ein paar einfachen Kniffen richtig Geld sparen kann!

Warum ein Machu Picchu-Besuch sich eben doch lohnt

Machu Picchu in Peru

Ich glaube, zur Aura der Inka muss ich gar nicht so viel sagen: Das Wort allein klingt nach mystischen Ruinenstädten im Regenwaldnebel und unvorstellbaren Goldschätzen, oder?
Machu Picchu ist die wichtigste, bekannteste und eine der größten Inka-Ruinen überhaupt. Die Stadt wurde im 15. Jahrhundert erbaut und besteht aus über 200 Bauten. Mehr als 1.000 Menschen fanden zu Hochzeiten hier Platz. Doch was die alle in Machu Picchu gemacht haben, darüber kann man höchstens Vermutungen anstellen: Es gibt keinerlei Überlieferungen.
Was man weiß, ist jedoch, dass die Gegend um Machu Picchu zu den letzten Rückzugsorten der Inka gehört hat. Hier konnten sich die Inka verstecken, um Angriffe gegen die Spanier vorzubereiten. Erst 1572, nachdem der letzte Inka Túpac Amaru hingerichtet worden war, hörte der Widerstand gegen die Kolonisatoren auf. Zu dieser Zeit haben vermutlich die letzten Menschen Machu Picchu verlassen und sind Richtung Amazonasregion geflohen.

Machu Picchu in Peru
Machu Picchu muss für die Inka ein sehr heiliger Ort gewesen sein. Kein Wunder, betrachtet man sich die Landschaft ringsum: An drei Seiten ist die Stadt von steilen Felsen umgeben, tief unter der Anhöhe, auf der Machu Picchu liegt, tost der Fluss Urubamba. Wenn morgens die Sonne aufgeht und die letzten Wolken vertreibt, die tief zwischen den Bergen Huayna und Machu Picchu hängen, kann man sich gut vorstellen, warum dieser Ort für die Inka so eine große Bedeutung hatte. Vor allem der Sonne wurde hier gehuldigt: Viele Besonderheiten in der Architektur haben einen Bezug auf die Sonnenwende. Am 21. Juni scheint beispielsweise die Sonne genau durch ein Fenster auf einen bestimmten Stein.
Der Wayna Picchu, der wie ein Turm in die Höhe ragt, war ein idealer Beobachtungspunkt – daher sind sich viele Archäologen einig, dass hier irgendetwas ganz Besonderes geschützt wurde.
Das Besondere an Machu Picchu ist zum einen das Geheimnis, das die Stadt umgibt: Während die meisten Bauwerke dieser Erde, mögen sie noch so alt sein, genauestens erkundet und erforscht sind, können wir über Machu Picchu einfach nicht sagen, wofür die Stadt einmal gut war. Viele Dinge wie die hohe Anzahl weiblicher Mumien, die hier gefunden wurden, oder die starken Befestigungsmauern geben Hinweise, doch letztendlich bleibt das Rätsel.
Zum anderen hält sich die Vorstellung einer schwer erreichbaren, mystischen Inka-Stadt hartnäckig – auch, wenn man Machu Picchu heute per Zug und Touristenbus erreichen kann. Machu Picchu ist einfach ein Symbol für die untergegangenen Kulturen dieser Welt und für die alten Entdecker auf ihren beschwerlichen Reisen durch Regenwälder…
Ganz ehrlich: Wenn man morgens um kurz nach sechs auf der Aussichtsplattform steht und den vollen Blick über die Ruinen hat, während die ersten Sonnenstrahlen Machu Picchu in ein bläuliches Licht tauchen, dann denkt man über all die Gründe, die Inka-Stadt zu besuchen oder sie nicht zu besuchen, nicht mehr nach: Man ist einfach überwältigt.
Ja, auch ich hatte Machu Picchu tausendfach auf Bildern gesehen. Und auf Videos. Und doch – dieser Blick, dieser Sonnenaufgang ist durch nichts zu ersetzen. Diesen Moment werde ich nie wieder vergessen!

So kommst du günstig nach Machu Picchu in Peru

Machu Picchu in Peru

So schön ein Ausflug zum Machu Picchu ist, so schnell kann man sich damit ein großes Loch in die Reisekasse reißen. Denn während du bei anderen Sehenswürdigkeiten in Peru eher einen symbolischen Eintrittspreis zahlst, wirst du hier ordentlich zur Kasse gebeten: Ausländer zahlen 128 Soles, umgerechnet etwa 33 Euro. Als Studentin solltest du daher unbedingt deinen (internationalen) Studentenausweis einpacken – so zahlst du nur noch knapp die Hälfte.
Ausgangspunkt für einen Machu Picchu-Besuch ist das Dörfchen Aguas Calientes. Das ist nur durch eine Zugstrecke mit der Außenwelt verbunden, die einzigen Straßen führen hinauf zur ehemaligen Inka-Stätte.

Von Cusco aus gibt es daher drei Möglichkeiten, Aguas Calientes zu erreichen:

  • durch eine mehrtägige (geführte) Wanderung
  • mit dem Zug
  • über die „Alternativroute“: per Bus, Sammeltaxi und kurzer Wanderung

 

Während mehrtägige Wandertouren zwar unvergesslich, aber auch teuer sind und die Züge ohnehin eher für Luxusreisende gemacht sind, kannst du mit der Alternativroute per Bus und Sammeltaxi richtig sparen.
Dafür steigst du im Busterminal Santiago in Cusco in einen Bus nach Santa María ein. Das wird dich etwa 20 Soles kosten, die Fahrt dauert ungefähr sechs Stunden. Santa María ist eine kleine Stadt und direkt am Busterminal warten bereits Sammeltaxis zur Hidroeléctrica, einem Wasserkraftwerk, das gleichzeitig das Ende der Straße markiert. Das Sammeltaxi wird dich noch einmal etwa 15 Soles kosten, die Fahrt dauert etwa 1,5 Stunden. Dann steht noch eine etwa dreistündige Wanderung an. Die Strecke ist einfach: Du läufst immer an den Bahnschienen entlang.
Am besten nimmst du den Bus nach Santa María möglichst früh morgens und packst dir vorher etwas zu essen ein. Wenn du nicht allzu lange auf das Colectivo warten musst, kommst du in Aguas Calientes in etwa zum Sonnenuntergang an. Vorsichtige packen am besten eine Taschenlampe ein, um einen Spaziergang durch den dunklen Regenwald zu vermeiden.
In Aguas Calientes kannst du dir dann ein günstiges Hostel suchen. Allzu viel Schlaf wirst du aber leider nicht bekommen: Am besten stehst du ganz früh morgens (etwa 4-5 Uhr) auf, um bei den ersten Besuchern zu sein. Die Ruinen öffnen ihre Pforten um 6 Uhr früh. Du kannst entweder selbst auf den Berg klettern (das dauert etwa 2 Stunden) oder für 19 Dollar (hin und zurück) den Bus nehmen.

Mein Tipp: Sobald du morgens in Machu Picchu ankommst, halte dich links zum Puesto de Vigilancia: Nach einem kurzen weiteren Aufstieg hast du den Postkarten-Blick über die Ruinen. Und so früh morgens, zum Sonnenaufgang, ist das wirklich ein wahnsinniger Ausblick!

Machu Picchu in Peru bei Nacht
Nachdem du die Ruinen ausgiebig erkundet hast, ist es gegen Vormittag oder Mittag Zeit für die Rückkehr. So etwa ab 10 wird es in Machu Picchu voll – wenn du früh genug dort warst, kannst du wieder absteigen, wenn es von den Besucherzahlen her so richtig losgeht.
In Aguas Calientes ist quasi jedes Haus ein Restaurant oder ein Hotel – ich habs genossen, hier mal wieder Pizza, Nudeln & Co. zu essen. Rechne mit etwa 15 Soles für ein Mittagessen. Am Abend kannst du dich in den heißen Quellen des Ortes von der Wanderung erholen – Badeanzug und Handtuch nicht vergessen!
Nach einer zweiten Übernachtung geht es am nächsten Tag wieder zurück zur Hidroeléctrica und von dort per Colectivo und Bus wieder nach Cusco.

Kostenaufstellung Machu Picchu in Peru: So teuer wird’s

Machu Picchu in Peru Blick

  • Hin-und Rückreise über die Alternativroute: ca. 70 Soles/ 20 Euro
  • Eintritt Machu Picchu (ohne Wayna Picchu) ohne Studentenausweis: 128 Soles/33 Euro, mit Studentenausweis 65 Soles/ 17 Euro
  • Zwei Übernachtungen in Aguas Calientes im Hostel: 50 Soles/ 40 Euro
  • Zweimal Abendessen und einmal Mittagessen in Aguas Calientes: 45 Soles/12 Euro
  • Verpflegung für Busfahrten, Frühstück und Machu Picchu: 20 Soles/ 6 Euro
  • Eintritt heiße Quellen in Aguas Calientes: 10 Soles/ 3 Euro

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Gesamt: 250-310 Soles, das entspricht ca. 75-90 Euro. 

Der Ausflug kostet dich für die fast drei Tage also weniger als 100 Euro, wenn du wirklich sparst. Wenn du zu zweit unterwegs bist, kannst du bei Unterkünften auch noch weiter sparen – Doppelzimmer kosten in Peru meist pro Zimmer, nicht pro Person.

Machu Picchu in Peru und Aguas Calientes: Weitere Tipps

Machu Picchu in Peru

  • Einen Machu Picchu-Besuch musst du bereits frühzeitig planen. Da die Inka-Stadt durch den riesigen Touristen-Ansturm bereits angefangen hat Schaden zu nehmen, gibt es feste Bestimmungen, wie viele Menschen am Tag Machu Picchu betreten dürfen. Den Berg Wayna Picchu nebenan, von dem man eine tolle Aussicht auf die Ruinen an, dürfen am Tag sogar nur 400 Personen betreten. Daher solltest du dein Ticket für Machu Picchu ein paar Tage im Voraus buchen. Falls du auf den Wayna Picchu steigen möchtest, schadet es nicht, eine oder zwei Wochen im Voraus ein Ticket zu kaufen. Besser zu früh als zu spät!
  • Tickets kannst du online oder in offiziellen Verkaufsstellen in Peru erstehen.
  • Das Essen, das um die Ruinen herum verkauft wird, ist wirklich irre teuer. Auch für eine Flasche Wasser muss man tief in die Tasche greifen. Am besten nimmst du dir daher dein Frühstück und ausreichend Wasser mit.
  • In Aguas Calientes gab es, als ich da war, nur einen einzigen Geldautomaten, und dieser war häufig bereits mittags leer. Nimm also vorsorglich genug Bargeld mit und rechne dabei auch ein paar Extra-Ausgaben mit ein.
  • Natürlich ist es am sinnvollsten, Machu Picchu in der Trockenzeit (zwischen April und Oktober) zu besuchen. Wer aber ein bisschen Glück mitbringt, kann auch in der Regenzeit einen tollen Tag dort erleben: Meist regnet es ohnehin erst mittags oder gar nachmittags, vorher kann man die Inka-Stadt trockenen Fußes erkunden. Und ist dabei vermutlich relativ alleine – die meisten Touristen sind im peruanischen Winter unterwegs.
  • Machu Picchu liegt nicht relativ hoch, daher ist es vergleichsweise mild. Ich habe damals sinnloserweise eine dicke Jacke mitgenommen, ein einfacher Pulli und eine dünne Regenjacke sollten aber definitiv ausreichen. Da du ohnehin in Cusco startest und wieder dort ankommst, kannst du dein Gepäck vielleicht dort in deinem Hostel stehen lassen und nur mit einem kleinen Tagesrucksack zu deinem dreitägigen Ausflug starten.

Über Ariane von heldenwetter.de

Machu Picchu in Peru

Ariane hat zwischen 2011 und 2012 ein Jahr lang in Peru gelebt und dort ihre Liebe zum Reisen entdeckt. Seitdem füllt sie ihren Blog heldenwetter.de mit Geschichten und Gedanken und möchte so andere Menschen inspirieren, mit offenen Augen in die Welt zu blicken. Dieses Jahr verschlägt es Ariane übrigens wieder nach Südamerika, genauer gesagt nach Ecuador. Auf Facebook und Instagram könnt ihr virtuell mitreisen!“

Was sagst du zu den tollen Tipps von Ariane? Eine klassische Wandertour zum Machu Picchu in Peru kann dich locker 400 Euro pro Person kosten. Dank den tollen Tipps, weisst du jetzt, wie du für knapp 100 Euro hin kommst!

Hast du noch eine Frage zum Machu Picchu in Peru? Dann hinterlass uns doch einen Kommentar!

Tipp: Wenn du doch lieber eine organisierte Tour zum Machu Picchu machen möchtest, dann schau mal hier vorbei.

4 Comments

  • Hostel Max sagt:

    Hi, Ariane und Hi, Sandra.
    Da habt ihr mich ja gleich am frühen Morgen auf dem richtigen Fuß erwischt.
    Bis vor 10 Minuten hatte ich mir den Traum von Peru für dieses Jahr schon abgeschminkt und jetzt kommt hier dieser „Schnäppchentipp“. :-)
    Und das Ariane dann noch auf die günstigen Hostels hinweist, wo ich doch zur Zeit als Hosteltester unterwegs bin, naja, da muss ich wohl doch nochmal ernsthaft über einen Urlaub in Peru nachdenken.
    Ein schöner Artikel, der die ohnehin große Sehnsucht nach einem Besuch in Südamerika gleich neu entfacht.
    Ich wünsche dir viel Spaß in Ecuador, versuch mal, schön langweilig von da zu berichten, sonst muss ich da auch noch hin. :-)
    Gruß, der Hostel Max

    • Sandra sagt:

      Hi Max,

      Ja, als ich Arianes Beitrag gelesen hab, dachte ich mir auch sofort „Ich muss nach Peru!“:-D
      Wo geht es bei dir dieses Jahr dann noch hin?

      Viele Grüße,
      Sandra

  • Norah sagt:

    Hi Ariane,

    beim Lesen der ersten Zeilen musste ich schmunzeln :-) Ich versuche ebenfalls die touristischen Hot Spots zu meiden. Genau wie du wurde ich aber auch schon positiv überrascht. So geschehen im Norden Vietnams beim Besuch der Halong-Bucht. Für den Machu Picchu würde ich dank deinem Artikel wohl wieder eine Ausnahme machen :-)

  • Hostel Max sagt:

    Hi, Sandra.
    Ich habe grade angefangen die Hostels hier in Deutschland heimzusuchen, oder zu testen. Nächste Station ist wohl Lübeck, auch wenn mich heute grade Hostels aus Berlin eingeladen haben. Da war ich aber schon zur ITB, jetzt möchte ich mal was Anderes sehen. :-)
    Aber eine Fernreise darf es dieses Jahr gerne noch sein. Peru oder so. :-)
    Gruß, der Hostel Max

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