6 Bolivien- Sehenswürdigkeiten abseits der Hauptroute

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Dies ist ein Gastbeitrag von Sabine von ferngeweht mit 6 sehr interessanten Bolivien Sehenswürdigkeiten, die nicht jeder kennt.

Viele Südamerika-Reisende schauen sich in Bolivien den Salar de Uyuni an, vielleicht noch La Paz und den Titicacasee, und reisen dann weiter Richtung Peru oder Chile. Das ist schade, denn Bolivien hat weit mehr zu bieten als den berühmten Salzsee und den höchsten schiffbaren See der Welt. Ich selber war vier Wochen lang im Land unterwegs und habe dadurch die ganze Bandbreite von Boliviens Naturwundern erlebt: von den Anden bis zum Regenwald, von der Pampa bis zum Nebelwald. In diesem Beitrag möchte ich dir ein paar interessante Ziele abseits der bekanntesten Highlights vorstellen.

1. Startpunkt Santa Cruz 

Bolivien Sehenswürdigkeiten

Weil wir nicht auf 4000 Meter Höhe in La Paz landen wollten, haben wir Santa Cruz als Ankunftsflughafen gewählt. Weiterer Vorteil: Er ist der einzige Flughafen, der von Europa aus direkt angeflogen wird. Auf unproblematischen 400 Höhenmetern konnten wir uns hier erstmal akklimatisieren und uns dann Schritt für Schritt langsam an die Höhe in den Anden herantasten.

Santa Cruz hat als Stadt nicht viel zu bieten: ein paar Markthallen und einen ganz hübschen Marktplatz, auf dem abends Jung und Alt zusammenkommen, mobile Kaffeeverkäufer ihre Runden drehen und alle den Blick auf die hübsch angestrahlte Kathedrale genießen. Wenn du einen ganzen Tag in Santa Cruz totschlagen musst, weil bis zur Weiterreise noch Zeit ist, empfehle ich dir einen Besuch im Zoo. Der Zoo von Santa Cruz zeigt zahlreiche Tiere Südamerikas und ist in einem erstaunlich guten Zustand: Die meisten Tiere haben viel Platz und sehen gepflegt aus. Das ist ja leider nicht in allen Zoos der Welt der Fall. Wir haben einen schönen Tag hier verbracht und viele Tiere entdeckt, die wir aus unseren deutschen Zoos nicht kannten (und die du in freier Wildbahn wohl kaum zu sehen bekommst).

2. Bolivien Sehenswürdigkeiten : Ausflug nach Samaipata

Bolivien Sehenswürdigkeiten

Wenn du ein paar Tage mehr Zeit hast, kannst du von Santa Cruz aus ein paar Tage nach Samaipata fahren. Das Bergdorf liegt rund zwei Fahrstunden von Santa Cruz entfernt – je nach Straßenzustand kann es auch länger dauern. Bei uns hatte es zum Beispiel vorher stark geregnet, so dass die Strecke zu einer wahren Schlammpiste geworden war. Wir hatten Glück, dass wir der tagelangen Sperrung wegen Erdrutschen knapp entgangen sind.

Samaipata ist ein Einwandererdorf: Menschen aus fast 40 Ländern der Welt haben sich hier niedergelassen. Es gibt deutsches Brot, Schweizer Käse, französische Wurst. Ich persönlich fand den Ort nicht sonderlich spannend, aber zumindest das Klima auf 1600 Meter Höhe ist sehr angenehm. Im Gegensatz zu anderen quirligen südamerikanischen Städten ist es hier jedenfalls sehr, sehr ruhig.

3. Wanderung im Nebelwald

Bolivien Sehenswürdigkeiten

Wir waren auch nicht nach Samaipata gekommen, um uns einen hübschen Ort anzuschauen. Unser Ziel war vielmehr der Nebelwald im Nationalpark Amboró. Wir suchten uns in Samaipata einen Wanderguide, fuhren mit ihm im Jeep in die Berge hinauf und kraxelten durch den dichten Wald. Zehn Meter hohe, uralte Baumfarne begleiteten uns auf dem Weg. So muss es damals ausgesehen haben, als die Dinosaurier hier noch lebten. Nach einem Picknick an einem Wasserfall in einer Schlucht stiegen wir den Berghang wieder hinauf – hinter jedem Baum einen Dinosaurier vermutend.

4. Auf Dinosaurier-Jagd in Sucre

Bolivien Sehenswürdigkeiten

Noch mehr Spuren der Urzeittiere haben wir in Santa Cruz, der Hauptstadt Boliviens, gefunden. In einem Steinbruch wurden hier vor einigen Jahren die ersten Dinosaurier-Nachweise offengelegt. Bis heute haben Forscher im Parque Cretácico über 10.000 Fußspuren verschiedener Dinosaurier-Arten entdeckt. Mit einem Sicherheitshelm und einem kundigen Guide konnten wir ganz nah an die Spuren herangehen und ihre riesigen Ausmaße erkennen.

5. Auf den Spuren der Inka

Bolivien Sehenswürdigkeiten

Ein weitere schöne Tagestour von Sucre aus führt zu einem alten Inka-Pfad. Wir haben uns in einer Agentur einen Jeep mit Fahrer und einer Wanderführerin gemietet, die uns zunächst in die Berge hinauffuhren. Von 3000 Meter Höhe aus liefen wir den rund sechs Kilometer langen Inka-Pfad hinunter, der seinerzeit als Verbindungspfad zwischen den Bergdörfern diente. Spektakuläre Ausblicke auf die umliegenden Berge ließen mich die Höhenmeter vergessen, die ich beim Wandern schon merkte: Ich war etwas kurzatmig. Unten am Pfad angekommen, wartete unser Jeep auf uns und brachte uns in das Dorf Aguamare, das wie in einem Trichter in den Bergen eingebettet liegt. Aguamare und seine Umgebung sind bekannt für seine kunstvollen Webereien. Wir hatten die Gelegenheit, einer Weberin kurz bei ihrer Arbeit zuzuschauen. Insgesamt sind die Bewohner in diesem abgelegenen Dorf allerdings sehr schüchtern und zurückhaltend.

6. Westernstadt Tupiza 

Bolivien Sehenswürdigkeiten

Die meisten Besucher des Salar de Uyuni starten ihre Tour in Uyuni. Hier gibt es unzählige Anbieter, die sich oft im Preis unterbieten, woran auch die Qualität und Sicherheit der Touren leiden. Aus diesem Grund haben wir unsere Tour in Tupiza gestartet, rund drei Stunden südlich von Potosí. Wenn du ein, zwei Tage Zeit hat, bevor du von dort auf die viertägige Jeeptour durch die Anden gehst, kannst du noch das Umland von Tupiza erkunden – zum Beispiel mit dem Pferd. Auf den zerklüfteten Berghängen wachsen unzählige Kakteen, und die roten Felsen erinnern an die Landschaft der Cowboys in den USA.

Bolivien lohnt auch einen längeren Aufenthalt

Natürlich habe ich neben diesen weniger bekannten Orten auch die Highlights in den Anden und im Regenwald, im Nordosten des Landes, besucht. Aber auch die anderen kleinen Ziele möchte ich nicht missen, weil sie mir noch mal ein ganz anderes Bild von Bolivien vermittelt haben als die vielbesuchten Höhepunkte des Landes. Daher mein Tipp: Wenn du schon in Bolivien bist, nimm dir auch Zeit für den einen oder anderen Abstecher in unbekanntere Gebiete. Es lohnt sich!

Über Sabine von ferngeweht.de

Sabine von ferngeweht

Sabine reist so oft es geht durch die Welt und berichtet auf ihrem Blog Ferngeweht über ihre Erlebnisse. Ihr Reisestil: immer selbstorganisiert und meist in die Natur.

Wenn du noch mehr über die Bolivien Sehenswürdigkeiten erfahren möchtest, dann findest du hier weitere Beiträge von Sabine über das tolle Land. Folge Sabine doch bei ihren Reisen durch die Welt auf Facebook, twitter und instagram.
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