Backpacking in Tansania- Tipps, Highlights & Route

Sonnenuntergang auf Sansibar, Tansania

Dies ist ein Gastbeitrag zu Backpacking in Tansania von Dominik von followtheshadow.de.

Den Rucksack aufsetzen und einfach in die weite Welt ziehen. Das Abenteuer vor Augen, den dicken, fetten Reiseführer eingepackt und ab nach Australien, Südamerika oder Südost-Asien. Ob für ein paar Wochen oder für einige Monate, die Reiseziele bleiben immer die gleichen. Was sich anhört und anfühlt wie Abenteuer, ist in Wahrheit eine Reise auf ausgetretenen Pfaden. Ein Blick in die Reisebloggerwelt und du erkennst, dass ein Kontinent meist ausgespart bleibt: Afrika!
Kaum jemand beachtet diesen großartigen Kontinent als eine Oase für Rucksackreisende. Natürlich ist Afrika eine Herausforderung und nicht jedes Land eignet sich für den Otto-Normal-Backpacker. Ich möchte deshalb ein Land vorstellen, dass bisher eher für Pauschal- und Luxusreisen bekannt war: Tansania.

Backpacking in Tansania- Landung im Paradies

Backpacking in Tansania

Es ist spät abends, als mein Flieger in Sansibar landet. Viel konnte ich bisher nicht erkennen, aber als ich am nächsten Morgen aufwache, liege ich im Paradies. Blaues Meer, weite Strände und Geschichte auf engstem Raum. Sansibar lockt mit seiner guten Infrastruktur Touristen aus aller Welt. Auch für Rucksackreisende ist Sansibar ein schöner Ort, dennoch bin ich etwas erschreckt, wie gut die Insel so von vielen Menschen besucht wird.

Viele Touristen lernen in Tansania nur zwei Regionen kennen: Sansibar und die Serengeti. Für Leute mit wenig Zeit sind es die beiden Highlights in Tansania. Zu schaffen in knapp sieben Tagen, mit dem Flugzeug hin- und zurück und schon ist der Kurzurlaub wieder vorbei.

Wer jetzt noch das nötige Taschengeld hat, kann sich für schlappe 1000 Euro eine 7 Tagestour auf den Kilimanjaro buchen; Höhenkrankheit zu 50% inklusive. Und schon hat man das dritte Highlight von Tansania besucht.

Als Rucksackreisender musst du jetzt aber nicht anfangen, zu träumen und dich fragen, was wäre wenn? Zu diesen großen Highlights gibt es viele schöne Alternativen, die defintiv budgetschonender sind, genauso viel Spass machen und der Abenteuerfaktor inklusive ist.

Für jeden Reisetyp etwas

Der Norden

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Wenn du als Rucksackreisender Tansania von seiner touristischeren Seite kennen lernen möchtest, dann bist du auf der nördlichen Route gut aufgehoben. Diese erstreckt sich von Sansibar über Dar-es-Salaam, die Usambara Berge bis nach Arusha und der Serengeti. Diese Route lässt sich sehr gut mit dem Bus erkunden.

Von Dar-es-Salaam bis Arusha ist es eine gute Tagesreise mit dem Bus. Ich glaube nicht, dass du verloren gehen kannst. Die Straßen sind gut und durch die Beliebtheit der Route findest du immer wieder Reisegesellschaft.

Meine Empfehlung sind zwei bis drei Wochen, um die Sehenswürdigkeiten in Ruhe zu erkunden und um hier und da mal wieder eine Pause einlegen zu können.

Diese erwähnte Route ist wahrscheinlich die Basisroute für Tansania. Mit Sansibar deckst du die bekannteste aller Inseln in Tansania ab. Lange Strände, Palmen und die orientalisch anmutende Geschichte versetzen den Reisenden in eine andere Welt. Mit etwas Glück kannst du anstatt einem Zimmer im Hotel oder Hostel, ein Zimmer in einem der vielen historischen Häuser mieten. Diese kostengünstige Alternative verleitet schnell zu großen Planänderungen und einer Verlockung, Stonetown nicht mehr zu verlassen.

Backpacking in Tansania

Dar-es-Salaam bleibt meist nur eine heiße Zwischenstation. Ich habe es bevorzugt, die Stadt zu umgehen und gleich Richtung Norden aufzubrechen. In den Usambara Bergen findest du nach Sansibar und Dar-es-Salaam eine wohltuhende Frische. Die Berge laden zu vielen Tageswanderungen ein. Der perfekte Gegenpol zu Strand und Sonne!

In Arusha wirst du recht schnell Bekanntschaft mit einem der vielen Flycatchern für die Safaris in die Serengeti machen. Ich reise schon mit einer Empfehlung von Freunden für eine Agentur an und lasse mich von der Bushaltestelle abholen. Eine Empfehlung kann hier Gold wert sein und es lohnt sich definitiv, Preise und Meinungen von anderen Reisenden zu vergleichen. Die günstigste Safari ist nicht immer die Beste!

Backpacking in Tansania

Mit den „Big 5“ auf meine Speicherkarte gebannt, ziehe ich meinem nächsten Abenteuer entgegen.

Das Zentrum und die Seen

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Für Wanderer, Zugbegeisterte, Touristen-Vermeider und Schimpansenfans lohnt sich der Umweg über Morogoro und vielleicht sogar die Weiterfahrt mit dem Zug zum Tanganjikasee.

Morogoro liegt nur wenige Stunden von Dar-es-Salaam entfernt und ist Startpunkt für leichte bis schwere Wanderungen in die Uluguru Berge. Schon hier triffst du auf fast keine Touristen mehr. Dennoch ist die Infrastruktur sehr gut für afrikanische Verhältnisse und eine An- und Weiterreise ohne Probleme möglich.

Die Central Line führt von Dar-es-Salaam über Morogoro bis nach Kigoma an den Tanganjikasee. Je nach „Glück oder Pech“, kann die Fahrt über 48 Stunden dauern. Mit Tickets für die erste Klasse mit Schlafabteil ist die Fahrt aber sehr angenehm und die vielen Stopps entlang der Strecke laden zum Kontakt mit den Einheimischen ein. Einfach mal ein Buch lesen, die Landschaft bestaunen und von der Zeit treiben lassen.

Backpacking in Tansania

Mit gutem Timing kannst du in Kigoma die MV Liemba besichtigen. Schon zweimal wieder auferstanden aus den Tiefen des Sees, ist das ehemalige deutsche Schiff aus Kolonialzeiten immer noch aktiv und verbindet verschiedene Orte entlang des Sees miteinander. Wer noch etwas Zeit im Gepäck hat, darf sich den Gombe-Steam-Nationalpark nicht entgehen lassen. Die Begegnung mit den Schimpansen bleibt lange in Erinnerung.

Je nach etwas Glück oder auch Zugfahrplan genannt, kannst du diesen Abstecher in einer Woche schaffen. Um den Geldbeutel beim Besuch der Schimpansen zu schonen, lohnt es sich, in den Touristenhotels nach anderen Touristen zu suchen, um sich mit ihnen ein Boot zu teilen.

Der Süden

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Südlich von Dar-es-Salaam schließt sich eine lange Küstenstraße an. Bis nach Mosambik lässt sich der Küstenstreifen entdecken.

Ein Geheimtipp mit Abenteuerfaktor ist die Insel Mafia. Die Insel ist entweder per Flugzeug oder ab Nyamisati mit der Fähre zu erreichen. Wann die Fähre fährt – eines der Geheimnisse, die du selbst herausbekommen musst. Kleiner Tipp: einmal am Tag und lieber eine Übernachtung in Nyamisati einplanen.

Backpacking in Tansania

Aber wer es auf die Insel schafft, wird mit Ruhe belohnt. Mafia ist gleich zu setzen mit Sansibar, nur ohne die Touristenmassen. Eine ruhige angenehme Insel, die sogar meinen Postkartenrekord hält: Mafia – Deutschland in unter 7 Tagen!

Noch etwas weiter südlich liegt noch ein übersehener Schatz: Die Insel Kilwa Kisiwani. Es sind die Ruinen des größten mittelalterlichen Handelszentrums Ostafrikas, die mich in den Bann ziehen. Der Spaziergang auf der Insel führt mich durch Paläste, Burgen und Moscheen.

Der Historiker

Wenn dir Kilwa Kisiwani nicht ausreicht und du gerne in die Fußstapfen der großen Afrika-Entdecker treten möchtest, so solltest du die Städte Mikindani, Bagamoyo, Pangani und Ujiji nicht auslassen. Die Städte sind historische Schätze aus der Zeit des Sklavenhandels und der deutschen Kolonialzeit. Von Ujiji, am Tanganjikasee gelegen, zogen die Sklaven durch ganz Tansania bis nach Bagamoyo, bevor sie auf dem Sklavenmarkt in Stonetown auf Sansibar in alle Welt verkauft wurden.

Backpacking in Tansania

In Mikindani brach der große Afrikaforscher David Livingstone zu seiner letzten Reise in das Innere des Kontinents auf. In Ujiji errinnert ein Denkmal noch an die historische Begegnung mit Henry Morton Stanley und die berühmten Worte „Dr. Livingstone, I presume?“.

Der Höhepunkt

Der Höhepunkt in Tansania ist defintiv der Kilimanjaro. Die 5895 Meter ragen imposant aus der Ebene hervor. Hunderte Touristen bevölkern die Hänge des Berges jeden Tag und nicht umsonst heißt die beliebteste Route „Coca-Cola-Route“. Wenn du etwas abseits der Touristen unterwegs sein möchtest, eine Safari und eine Bergwanderung kombinieren willst oder einfach nicht das Geld hast, den Berg zu besteigen, dann empfehle ich dir den Mt. Meru. Mit 4565 Metern ist der Hausvulkan von Arusha ein ebenbürtiger Gegner: etwas schwieriger auf den letzten Metern, dafür aber nur wenige Mitstreiter und beim Sonnenaufgang mit besten Chancen den Kilimanjaro in voller Größe zu bewundern.

Backpacking in Tansania

Mt. Meru bleibt mein Favorit, wenn ich zwischen den zwei Bergen entscheiden müsste.

Backpacker in Tansania sind willkommen

Neben Äthiopien und Südafrika ist Tansania eins der besten Einsteigerländer für Rucksackreisende in Afrika. Die Infrastruktur ist gut ausgebaut, die Unterkünfte relativ günstig und es gibt auf der Nordroute viele andere Rucksackreisende.

Im Durchschnitt sollest du pro Tag 40 Euro einplanen. Die Eintrittskosten für die Nationalparks wie Serengeti, Mt. Meru, Kilimanjaro und Gombe-Steam reißen riesige Löcher in das Backpacker-Budget. Daher lohnt sich ein ausgeglichener Urlaub und ein Fokus auf gewisse Dinge.

Meine Empfehlung: Einfach anreisen und vor Ort alles organisieren. Spontanität lohnt sich in Afrika gleich doppelt. Erstens sparst du Geld und zweitens schonst du deine Nerven, weil alles sowieso anders kommt als du es geplant hast!

Über Dominik und followtheshadow.de

Backpacking in Tansania

Dominik folgt seinem Schatten durch die Welt und bloggt über seine Reisen auf „Follow the Shadow“. Auf dem Blog wird man in einem minimalistischen und einfachen Reisestil um die Welt geführt und einmal beschleunigt, geht es dann immer weiter. Meist geht die Tour an abgelegene Orte und bringt das tägliche Leben und die Hürden der Menschen näher.
Ausgefallene und teilweise auch ungewöhnliche Reiseziele rund um Afrika und den Nahen Osten stehen vereinzelten Reisezielen in den beliebten Gegenden entgegen und zeigen den Kontrast der Welten und der Natur.

Für noch mehr Infos kannst du Dominik`s Blog followtheshadow.de besuchen und ihm auf Facebook und Google+  folgen.

Hast du noch Fragen an Dominik über einen Backpackingtrip nach Tansania? Oder noch mehr Tipps? Dann hinterlass uns einfach einen Kommentar! 

1 Comment

  • Oli sagt:

    Ich war leider nur zwei Wochen im Norden von Tansania und habe nicht das ganze Land besuchen können – hätte allerdings mächtig Lust gehabt. Wie Dominik finde ich auch, dass die gute Infrastruktur Tansania zu einem guten Einstiegsland für Backpacker macht. Allerdings denke ich, dass das Budget von 40 Euro pro Tag wohl etwas tief angesetzt ist, da Touren allgemein sehr teuer sind (nicht nur die Safaris) und es viele Orte gibt, die man nicht so ohne Weiteres erreichen kann.

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